Ostern 2015

Mit Jesus auf dem Weg
Osterzeit im Kindergarten. Klar gehören Ostereier, Hasenlieder und Frühlingsbasteleien dazu. Aber Ostern ist mehr!!! Und das möchten wir den Kindern jedes Jahr aufs Neue auf kreative Weise vermitteln.
Zur Einstimmung auf das diesjährige Osterfest haben wir uns auf die Spuren Jesu nach und in Jerusalem begeben. Anhand von drei Geschichten erlebten wir die letzten Tage vor Jesu Kreuzigung und seiner Auferstehung mit.
Zunächst hörten alle interessierten Kinder gruppenübergreifend die Geschichte von Jesus festlichem Einzug in Jerusalem zu Palmsonntag und konnten diese zeitgleich an unserem Oster-Weg nachspielen. Dazu schmückten sie den langen Weg vor unserer stellvertretenden Jesus-Kerze anstatt mit Palmblättern mit allerlei Naturmaterialien aus der Eilenriede.
Beim nächsten Mal räumten die Kinder mit Jesus im Tempel auf, indem sie jede Menge Äste und Zweige aus dem Tempelinnenhof entfernten, um so wieder Platz für die Menschen zu schaffen, die dort Gottes Nähe suchten. Die Kinder erfuhren dabei, dass Jesus und sein beherztes Handeln nicht bei allen Menschen gleich gut ankam. Einige hielten ihn für einen Unruhestifter und Verfälscher der göttlichen Ordnung. Und diese Menschen planten, Jesus gefangen zu nehmen und loszuwerden. Besonders mit den Hortkindern gab es im Anschluss noch eine interessante Diskussion über die Frage, welche Rolle die römische Besatzungsmacht bei Jesu Verurteilung und Hinrichtung spielte. Den Höhepunkt unseres Osterprojekts bildete jedoch unser nachempfundenes Abschiedsmahl Jesu mit seinen Freunden am Abend vor seinem Tod. Zu orientalischer Musik nahmen wir in Sitzgruppen auf Kissen am Boden im Mehrzweckraum Platz. Als die Gäste aller Gruppen schließlich eingetroffen waren, stimmten wir das Lied: "Miteinander Essen, das kann schön sein" an. Die auf Tabletts bereitgestellten Speisen zogen die Aufmerksamkeit und den Appetit unserer allerkleinsten Gäste magisch an, so dass manches Ei schon mal im Mund verschwand, bevor erklärt wurde, was es damit auf sich hatte. Wir hatten ja schon gehört, dass Jesus nach Jerusalem gekommen war, um dort mit seinen Freunden das Pessach-Fest zur Erinnerung an die Befreiung aus ägyptischer Gefangenschaft zu feiern. Ähnlich wie damals hatten auch die Speisen auf unsere Tabletts symbolische Bedeutung: Auf unserer sogenannten Seder-Platte fanden wir je ein Schälchen mit Mazzen, mit Petersilie, die in Salzwasser getaucht werden sollte, ein Schälchen Meerrettich, eines mit Apfelmus, einem Ei und anstelle eines Lammknochens -ganz zur Freude der Kinder- mit Geflügelfleischwurst. Der Mazzen erinnert die Juden bis heute an den hastigen Aufbruch aus der Gefangenschaft, weil damals keine Zeit geblieben war, einen Sauerteig für „richtiges“ Brot anzusetzen. Das Salzwasser symbolisiert die vielen Tränen des jüdischen Volkes, die während der Gefangenschaft vergossen wurden. Der Meerrettich sollte an die bitteren Zeiten der Sklaverei erinnern. Wegen seiner gelblich-braunen Farbe, steht das Apfelmus für den Lehm, aus dem die jüdischen Sklaven die Ziegel für die Bauvorhaben des Pharao brennen und verarbeiten mussten. Das Ei, das wir ja auch von unseren Oster-Tellern kennen, erinnert die Juden bis heute an das neue Leben, das mit der Befreiung aus der Sklaverei begann. Und die Fleischwurst, unser Lammknochen-Ersatz, steht für das Opfertier, das zur Erinnerung an die Bewahrung der Erstgeborenen beim Pessach-Fest im Tempel dargebracht und schließlich im Familienkreise verzehrt wurde. Zu guter Letzt teilten wir, wie Jesus mit seinen Freunden, gemeinsam Fladenbrot und Traubensaft und erinnerten uns an Jesu Zusage, dass er uns von allen Zwängen und Ängsten befreit und dass er immer bei uns sein wird, sooft wir uns auf diese Weise an ihn erinnern.
So wurde unser Pessach-Fest ein spannender Einstieg in das Oster-Wochenende!
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