Verabschiedung von Pastor Bochow

Liebe Leserin, lieber Leser,
dies ist mein letzter Beitrag im Bugenhagen-Gemeindebrief. Mir wurde eine Aufgabe im Lan-deskirchenamt angeboten. Nach reiflicher Überlegung, auch im Hinblick auf meine persönliche Situation, den in diesem Dienst geregelteren Arbeitszeiten und meinem persönlichen Interesse an der Arbeit der Diakonie, habe ich dieses Angebot angenommen. Ich glaube, dass ich viele Erfahrungen, die ich in der Gemeinde- und Anstaltsdiakonie gemacht habe, in meine neue Tätigkeit einbringen kann. Bereits ab dem 1. Dezember begleite ich im Diakoniedezernat verschiedene diakonische Arbeitsbereiche in unserer
Landeskirche.

Sechzehn Jahre und vier Monate war ich Pastor in der Bugenhagengemeinde. Unsere vier Kinder sind hier erwachsen geworden. Ich durfte im Laufe der Jahre an dem Leben so vieler Menschen Anteil nehmen. Und nun wird im Gottesdienst am 14. Januar meine Verabschiedung sein. Mit meiner Frau werde ich wohl noch eine Übergangszeit im Pfarrhaus wohnen bleiben. Doch auch diese Zeit wird zu Ende gehen.

Nach all diesen erfüllten, intensiven und auch schönen Jahren tut der Abschied natürlich auch weh. Ich gestehe es offen: In meiner letzten Konfirmandenstunde musste ich schon ganz schön schlucken. Zu sehr sind mir diese jungen Menschen ans Herz gewachsen. Mit ihren direkten Fragen, ihrem Glauben und ihrem Zweifel, mit ihrer ganzen Energie. Ich könnte jetzt viele solcher Abschiede nennen, die mir in den letzten Wochen sehr nahe gegangen sind.

Da ist es schön, dass der Monatsspruch in diesem Dezember ein prophetisches Zukunfts-Wort ist: „Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude aus den Quellen des Heils.“ Jesaja 12, 3.

Jesaja stimmt hier ein Gotteslob an. Ein Danklied für die Erlösung und Befreiung. Allerdings richtet sich dieses Danklied auf Ereignisse, die erst noch kommen sollen. Es heißt: „Ihr werdet Wasser schöpfen ...“ Das ist vorausgesagte Zukunftsmusik. Und das bedeutet umgekehrt: Jetzt kann man das eigentlich gerade nicht sagen und schon gar nicht so singen! Jetzt sieht es ganz im Gegenteil eher trübe und düster aus.

Ich erfahre in diesen Wochen, dass auch manch einer in unserer Gemeinde sich fragt: Und wie soll es nun weiter gehen? Es kommen zusätzliche Aufgaben auf den Kirchenvorstand und auf haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zu. Manches wird in den kommenden Monaten anders sein als bisher.

Wie schön, dass wir miteinander gerade jetzt diese prophetischen Zukunfts-Worte hören! Denn das scheint mir das Allerwichtigste für mich und auch für Sie alle, die Sie in der Bugenhagengemeinde bleiben: Dass wir immer aufs Neue zu „den Quellen des Heils“ finden, dass wir als Gemeinde und als einzelne Christen diese Quellen immer wieder neu aufsuchen.
Ich bin dankbar, dass ich in den zurückliegenden Jahren so oft mit anderen Menschen aus diesen Quellen des Heils schöpfen durfte, dann etwa, wenn wir miteinander Gottesdienste feierten. Ob das nun die Gottesdienste am Sonntagmorgen, Tauf-, Trau- oder Trauergottesdienste waren, Schulgottesdienste oder Gottesdienste in der Kindertagesstätte oder im Krabbelkreis. Ich habe es immer wieder so erlebt, dass wir da nicht erst etwas selber „machen“ mussten, sondern dass wir gemeinsam aus „den Quellen des Heils“ schöpften. Dafür bin ich bei diesem Abschied ganz besonders dankbar.

Dieser Monatsspruch sagt mir: Das wird auch in der Zukunft so sein. Hier in der Bugenhagengemeinde, dort, wo ich jetzt meinen Dienst tue und auch dort, wo wir dann später wohnen werden. Je deutlicher diese wunderbare Zukunft vor Augen tritt, desto mehr färbt sie auch schon auf die Gegenwart ab.
Und so wünsche ich Ihnen mit frohem Herzen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Mögen Sie behütet in das neue Jahr gehen und Gottes Segen in dieser Gemeinde weiter wirken. Die Quelle seines Heils versiegt nie! Darauf können wir uns verlassen.

Ihr Pastor Helmut Bochow


Wir wünschen Pastor Bochow für seine neuen Aufgaben alles Gute und Gottes Segen.