Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!

Februar 2017

Der Monatsspruch steht in dem Kapitel mit der Überschrift „Die Aussendung der 70 Jünger". Bemerkenswerterweise wird nicht gesagt, wohin Jesus die Jünger aussendet. Es gilt also für die ganze Welt. Jesus wählt die 70 Jünger aus und sendet sie paarweise aus, um seine Botschaft zu verkünden. Es fand so etwas wie Teamwork statt, mit allen Höhen und Tiefen, aber einem gemeinsamen Ziel. „Friede diesem Haus!".
Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg, das wissen wir. Die meisten Jugendlichen in unserem Land haben — Gott sei Dank — Krieg nie selbst erlebt. Das Thema Krieg kennen sie nur aus dem Fernsehen, der Zeitung, dem Internet etc. Aber das Thema Gewalt ist Jugendlichen sehr wohl vertraut: Gewalt auf dem Schulhof, Cybermobbing, Gewalt in der Clique und vieles mehr. In diesem Zusammenhang bekommt auch Frieden eine eigene Bedeutung.
Und seitdem tausende Menschen als Flüchtlinge in unser Land gekommen sind, engagieren sich Menschen: Sie haben tatkräftig mit angepackt, organisiert, Sachspenden gesammelt, sortiert und weitergeleitet und Projekte zur Begegnung initiiert. Sie haben gezeigt, dass die geflüchteten Menschen willkommen sind und dass ein friedliches Miteinander wichtig ist. Kleine Zeichen können die Welt verändern. Und um diese Umkehrung geht es: Licht ins Dunkel zu bringen, Ermutigung gegen Trostlosigkeit, Frieden statt Krieg, mit guten Worten und Taten.
Wenn Jesus denen, die seine Botschaft weitersagen sollen, als Auftrag mitgibt: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus", dann ist das eine Visitenkarte, wie ein Ausweis, mit dem ich mich als vertrauenswürdig zu erkennen gebe, der mir Türen öffnen kann zur Wohnung meiner Mitmenschen und oft auch zu ihren Herzen.
Aber der Satz: „Friede diesem Haus" ist kein Zauberspruch, der automatisch wirkt. Nicht „Friede, Freude, Eierkuchen", wie spöttisch lächelnd oft geantwortet wird, ist gemeint.
Nach der Begrüßung mit den Worten „Friede diesem Haus" sollten die Jünger damals Gutes tun: Kranke heilen, das Reich Gottes ansagen ... Das gilt auch heute. Wir werden mit unseren Friedensbemühungen sicher nicht den Himmel auf Erden erreichen, doch wir werden sehen, dass Engagement und Initiativen den Himmel ein Stück aufreißen lassen, dass Himmel und Erde sich berühren können.
Ihre Pastorin Ute Neveling-Wienkamp