Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!

April 2017

Harte Worte, so hören sie sich an, harsch, rau, ein Satz wie eine Ohrfeige, mitten in die Trauer der Frauen hinein. Sie suchen nach Trost und dann das: Es klingt wie ein Vorwurf, in eine Frage gekleidet.
Und doch: Einfache Worte, die alles verändern, es gibt sie.
Nach einem Streit, am Ende von harten Verhandlungen.
Das Neue Testament braucht nicht mehr als diese Worte, um die ganze Welt zu verändern. „Er ist auferstanden“. Und im Grunde haben wir bis heute nicht mehr als diesen einfachen, so knappen Satz. Alles, was danach kommt, bekräftigt ihn, illustriert und deutet ihn.
Die Frage der Engel, warum die Frauen den Lebenden bei den Toten suchen, kann als Vorwurf gehört werden. Denn eigentlich hätten die Frauen wissen müssen, was sich ereignen wird. Darauf hat Jesus in seinen Leidensankündigungen schließlich mehrfach hingewiesen. Und die Frauen erinnern sich dann tatsächlich an alles, was sie mit Jesus erlebt hatten und was er angekündigt hatte über sein Leiden und Sterben. Und sie können es in einen sinnvollen Zusammenhang bringen. Ihre Erschütterung ist überwunden. Sie setzen sich in Bewegung, werden wieder initiativ. Sie gehen zum engsten Anhängerkreis Jesu, um zu berichten, was sie gesehen, erlebt und vor allem gehört haben.
Lukas liefert hier keinen Tatsachenbericht. Seine Ostergeschichte ist reine Verkündigung.
Wir können sie uns zurufen, wie es die Menschen der Ostkirche in einer jubelnden Begeisterung tun in der Osternacht: „Christus ist auferstanden!" - „Er ist wahrhaftig auferstanden!" Die Worte der Engel, die Botschaft Gottes an uns. Auf diesem Bekenntnis ruht der ganze Glaube, unsere ganze Hoffnung. Das ist alles.
Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.
Gesegnete Ostern!
Ihre Pastorin Ute Neveling-Wienkamp