Frie­de sei mit Euch! Wie mich mein Va­ter ge­sandt hat, so sen­de ich euch.

April 2018

Ostern ist in diesem Jahr am 1. April. Der Monatsspruch ist in einer Situation gesagt, in der die Jünger Ostern noch nicht begriffen haben. Sie sind ratlos vom leeren Grab zurückgekehrt, sie haben Angst. Die Tür ist verschlossen. Sie verschließen sich. Ein Mensch, der sich verschließt, ist nicht mehr zugänglich für Botschaften. Er muss aufgeschlossen werden.
„Friede sei mit Euch". Das ist der Willkommensgruß des Gastes, wenn er hereinkommt. Das norddeutsche „moin" hat dieselbe Funktion und Bedeutung. Übersetzt heißt es „gut". Wer „moin" sagt, meint „dass es euch gut gehe".
„Wie mich mein Vater gesandt, so sende ich euch." Christus gibt den Auftrag, den er von seinem Vater erhalten hat, an die Jünger weiter.
„Wir sind auf Sendung", heißt es im Rundfunkstudio. Und alles ist ganz konzentriert und still. Die an die Kraft des Auferstandenen glauben, gehen auf Sendung. Aber wer hat eingeschaltet, wer will hören? Kurze Texte müssen es sein, Reizworte müssen fallen, damit niemand den Text überhören kann, der erste Satz muss stimmen, der letzte Satz. Sonst geht das Wort unter, die Sendung fällt durch. Die Leute schalten ab. 2.30 Minuten, so viel Zeit bekommt in der Regel eine kirchliche Andacht im Radio. In einer Welt voller Töne und Bilder muss die Sendung aufhorchen lassen. Ein Wort, das nicht gehört wird, kann nichts bewirken. Eine Sendung, die man abschaltet, kann man sich sparen.
Aber die sich senden lassen, müssen glaubwürdig sein. Glaubwürdigkeit überzeugt. Man sieht ihrem Leben an, was sie glauben. Und wenn sie auch ihren Zweifel benennen, gewinnen sie Glaubwürdigkeit.
Bevor Christus sie aber auf Sendung schickt, schenkt er ihnen den Heiligen Geist. „Und er blies sie an und spricht: „Nehmt hin den Heiligen Geist." Mit dem Anhauchen seines Atems schickt Christus auf den Weg, auf Sendung.
Lassen wir uns senden!!!
Ihre Pastorin Ute Neveling-Wienkamp